{"id":1029,"date":"2013-09-08T00:00:58","date_gmt":"2013-09-07T23:00:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.evangeliumsposaune.org\/?p=1029"},"modified":"2013-09-08T22:30:49","modified_gmt":"2013-09-08T21:30:49","slug":"ein-mann-der-gott-vertraute-teil-1","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.evangeliumsposaune.org\/?p=1029","title":{"rendered":"Ein Mann, der Gott vertraute"},"content":{"rendered":"<p>Wie eigenartig verengt sich doch zuweilen der Lebensweg! Hudson Taylor schrieb viele Jahre sp\u00e4ter \u00fcber diese Zeit:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eEs ist interessant zu sehen, wie Gott die verschiedenen Ereignisse so anordnete, dass sie in die gleiche Zeit fielen und dadurch meine R\u00fcckkehr nach Swatow verhindert wurde. Ich konnte damals nicht wissen, dass das Zerschlagen all meiner Pl\u00e4ne und die Beendigung einer kostbaren Partnerschaft in der Arbeit ein H\u00f6hepunkt meines Lebens auf menschlicher Ebene werden sollte. Dadurch wurde ich in eine Verbindung gef\u00fchrt, die am besten zu mir selbst und zu meiner Lebensaufgabe passte.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Gottes Hand lag auf der T\u00fcrklinke. Die geschlossene T\u00fcr geh\u00f6rte zu seinem Plan und musste zum Besten seines Dieners und zur Vollendung seiner eigenen gro\u00dfen Ziele dienen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><div id=\"attachment_1085\" style=\"width: 260px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.evangeliumsposaune.org\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Hudson_Taylor-1852.jpg\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1085\" class=\" wp-image-1085 \" title=\"Hudson Taylor 1852\" alt=\"Hudson_Taylor-1852\" src=\"http:\/\/www.evangeliumsposaune.org\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Hudson_Taylor-1852-200x300.jpg\" width=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.evangeliumsposaune.org\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Hudson_Taylor-1852-200x300.jpg 200w, https:\/\/www.evangeliumsposaune.org\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Hudson_Taylor-1852.jpg 400w\" sizes=\"(max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1085\" class=\"wp-caption-text\">Hudson Taylor vor seiner Ausreise nach China. Gemalt von seiner Tante im Jahr 1852.<\/p><\/div>Maria Dyer war von tiefer, feinf\u00fchliger Art. Einsam von Kindheit an, hatte sie sich schon immer nach einer wirklichen Herzensfreundschaft gesehnt. An ihren Vater konnte sie sich kaum erinnern, und von ihrer geliebten Mutter wusste sie wenig. Diese starb, als Maria zehn Jahre alt war. Mit ihrem Bruder und einer Schwester hatte sie nach dem Tod der Mutter Penang verlassen. Ein Onkel nahm die drei Waisen auf und sorgte f\u00fcr ihre Ausbildung. Die meiste Zeit verbrachten sie in Internatsschulen.<\/p>\n<p>Der Ruf nach China erreichte sie durch Miss Aldersey, die f\u00fcr ihre Schule in Ningpo eine Lehrerin brauchte. Beide Schwestern bewarben sich um diesen Posten. Es ging ihnen dabei nicht um Missionsarbeit, aber sie wussten, dass ihre Eltern diesen Weg gutgehei\u00dfen h\u00e4tten. So jung sie waren, hatten sie doch bereits Erfahrungen in ihrem Beruf. Weil sie keine Entsch\u00e4digung beanspruchten und sich auch nicht voneinander trennen wollten, lud Miss Aldersey beide Schwestern zur Mitarbeit ein.<\/p>\n<p>Maria, die J\u00fcngere, konnte diese Reise nie wieder vergessen, denn sie erlebte damals, was es hei\u00dft, in den Frieden Gottes einzugehen. Bisher hatte sie sich ernstlich bem\u00fcht, aus eigener Kraft Christ zu sein, dabei aber stets empfunden, dass ihr \u201edas eine, das Not tut\u201c, noch fehlte und nach einer Antwort gesucht. Nun richteten sich ihre Gedanken nur noch auf Christus und sein Erl\u00f6sungswerk, die einzige Grundlage der Vergebung, zu der weder unsere Gebete noch unsere Anstrengungen etwas beitragen k\u00f6nnen, die wir aber annehmen m\u00fcssen. Es ging ihr nur langsam auf, dass sie erl\u00f6st war, dass ihr vergeben und sie von ihren S\u00fcnden gereinigt worden war, weil Jesus an ihrer Stelle starb. Gott hatte Jesus als Stellvertreter und Erretter anerkannt, und sie selbst durfte diesen Erl\u00f6ser einfach im Glauben annehmen. Schlicht und vertrauensvoll wie ein Kind wandte sie sich von allem ab, was nicht zu ihm passte. An Gottes Wort zweifelte sie nicht. Wenn er sagte: \u201eEs ist nichts Verdammliches an denen, die in Christus Jesus sind\u201c, dann musste es doch stimmen. Und sie erlebte es, dass \u201esein Geist unserm Geist Zeugnis gibt, dass wir &#8211; jetzt &#8211; Gottes Kinder sind\u201c.<\/p>\n<p>Diese echte Umkehr mit allem, was ihr dadurch geschenkt wurde, bef\u00e4higte sie nun zum Missionsdienst. Dieser war alles andere als das philanthropische Unternehmen, zu dem sie sich aus Liebe zu den Eltern entschlossen hatte. Es war ein nat\u00fcrlicher und notwendiger Ausdruck ihrer tiefen, zunehmenden Liebe zu Jesus Christus, ihrem Erl\u00f6ser, Herrn und K\u00f6nig. Er hatte f\u00fcr sie alles neu gemacht, und das f\u00fcr Zeit und Ewigkeit. Das Wenigste, was sie nun f\u00fcr ihn tun konnte, war eine v\u00f6llige Hingabe ihres Lebens an ihn. Darum nahm sie mit einem ihr bisher unbekannten Frieden ihren reichen, oft schwierigen Dienst in Miss Alderseys Schule auf.<\/p>\n<p>\u201eDiese Schule war ein vorbildliches Institut\u201c, schrieb Dr. W. Martin, sp\u00e4terer Rektor der Universit\u00e4t Peking. \u201eDrei Jahre diente ich auf Miss Alderseys Wunsch ihrer Hausgemeinde als Seelsorger. Ich erinnere mich gern an die Energie, die diese seltene Frau trotz ihrer schwachen Kraft und mancherlei Gebrechen auszeichnete. Sie machte auf die gl\u00e4ubigen und heidnischen Chinesen einen tiefen Eindruck. Letztere glaubten allerdings, Miss Aldersey sei als Abgesandte Englands nach China gekommen, weil England von einer K\u00f6nigin regiert wurde. Sie stellten sogar die Behauptung auf, der britische Konsul gehorche jedem ihrer Befehle.<\/p>\n<p>Erdbeben schrieben die Leute entsetzt einer magischen Kraft zu, die von Miss Aldersey ausgehen sollte. Bei ihrem t\u00e4glichen Spaziergang oft vor Sonnenaufgang auf der Stadtmauer sah man sie eine Flasche \u00f6ffnen, in der sie wie die Leute behaupteten bestimmte Geister gefangenhielt. Diese sollten Macht haben, die Erdpfeiler zu ersch\u00fcttern, wenn sie der Flasche entstr\u00f6mten. Es ist eigentlich nicht verwunderlich, dass so von ihr gedacht wurde. Ihre eigenartigen Gewohnheiten mussten etwas Unheimliches vermuten lassen, wanderte sie doch jahraus, jahrein in der Morgenfr\u00fche auf der Stadtmauer umher. Sie tat dies mit einer solchen P\u00fcnktlichkeit, dass w\u00e4hrend des Winters jemand sie mit einer Laterne begleiten musste. Eine Flasche, die sie st\u00e4ndig bei sich trug, enthielt tats\u00e4chlich ,starke Geister\u2018. Es handelte sich um Hirschhornwasser, das ihr von ihren Kopfschmerzen Befreiung verschaffte, aber sie auch vor \u00fcblen Ger\u00fcchen sch\u00fctzte. Weil sie sich im Sommer nie von ihrer Schule trennen und am Meer Erholung suchen wollte, pflegte sie t\u00e4glich die neun Stockwerke der Pagode hinaufzusteigen, um w\u00e4hrend der langen, hei\u00dfen Nachmittagsstunden den frischen Meereswind einatmen zu k\u00f6nnen. St\u00e4ndig lie\u00df sie sich von einigen Sch\u00fclerinnen begleiten, damit keine Zeit ungen\u00fctzt verstrich. Sie ging so sparsam mit der Zeit um, dass ihr die Sch\u00fclerinnen sogar w\u00e4hrend ihrer Mahlzeiten vorlesen mussten.<\/p>\n<p>Ich kann wirklich sagen, dass ich unter der gro\u00dfen Zahl hingebungsvoller Frauen, die in und f\u00fcr China arbeiteten, keine edlere fand.\u201c<\/p>\n<p>F\u00fcr ein junges M\u00e4dchen wie Maria war das kein leichter Posten. Gewiss, sie lebte mit ihrer Schwester zusammen und fand im Missionarskreis in Ningpo einige Freundinnen. Sie kannte jedoch niemanden, der sie in den wichtigsten Dingen verstanden h\u00e4tte.<\/p>\n<p>Aber dann kam er, der junge Missionar.<\/p>\n<p>Sie war sofort tief beeindruckt von ihm, denn sie erkannte in ihm einen Menschen mit dem gleichen Verlangen nach Heiligung und st\u00e4ndiger Gemeinschaft mit Gott. Irgendetwas ging von ihm aus, das beruhigend wirkte. Sie f\u00fchlte sich von ihm verstanden. Die Welt, in der er lebte, war wirklich, und er rechnete offensichtlich mit einem lebendigen, allm\u00e4chtigen Gott. Obgleich sie ihn selten sah, bedeutete ihr das Wissen um sein Nahesein Trost. Als er nach sieben Wochen Ningpo wieder verlassen hatte, wunderte sie sich sehr, dass sie ihn vermisste. Deshalb waren ihre Freude und \u00dcberraschung gro\u00df, als er wieder von Schanghai zur\u00fcckkehrte. Es mag sein, dass ihr damals die Augen aufgingen und sie die Gef\u00fchle verstand, die sie f\u00fcr ihn empfand. Auf jeden Fall blieb ihr der Zustand ihres Herzens nicht l\u00e4nger verborgen, und sie gab ihn vor sich selbst und vor Gott offen zu. Doch mit keinem Menschen h\u00e4tte sie dar\u00fcber reden m\u00f6gen, da sie nur zu gut merkte, dass sein chinesisches Gewand und seine ganze Art des Umgangs mit Chinesen ihren Bekannten missfielen. Sie betete viel in dieser Zeit und lie\u00df sich nichts von dem anmerken, was in ihrem Innern vorging.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a title=\"Teil 1\" href=\"http:\/\/www.evangeliumsposaune.org\/?p=1029\">Teil 1<\/a> | <a title=\"Teil 2\" href=\"http:\/\/www.evangeliumsposaune.org\/?p=1032\">Teil 2<\/a> | <a title=\"Teil 3\" href=\"http:\/\/www.evangeliumsposaune.org\/?p=1033\">Teil 3<\/a> | <a title=\"Teil 4\" href=\"http:\/\/www.evangeliumsposaune.org\/?p=1034\">Teil 4<\/a> | <a title=\"Teil 5\" href=\"http:\/\/www.evangeliumsposaune.org\/?p=1035\">Teil 5<\/a> | <a title=\"Teil 6\" href=\"http:\/\/www.evangeliumsposaune.org\/?p=1040\">Teil 6<\/a> | <a title=\"Teil 7\" href=\"http:\/\/www.evangeliumsposaune.org\/?p=1042\">Teil 7<\/a><\/p>\n<p><em>Aus: H. und G. Taylor<br \/>\nHudson Taylor<br \/>\nEin Mann, der Gott vertraute<\/em><\/p>\n<p>Brunnenverlag 1981<br \/>\nSeite 120 bis 136<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie eigenartig verengt sich doch zuweilen der Lebensweg! 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