{"id":1034,"date":"2013-09-08T00:01:04","date_gmt":"2013-09-07T23:01:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.evangeliumsposaune.org\/?p=1034"},"modified":"2013-09-08T22:29:28","modified_gmt":"2013-09-08T21:29:28","slug":"ein-mann-der-gott-vertraute-teil-4","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.evangeliumsposaune.org\/?p=1034","title":{"rendered":"Ein Mann, der Gott vertraute (Teil 4)"},"content":{"rendered":"<p>Nach dieser Unterredung f\u00fchlte sich Hudson Taylor gebunden. Er durfte also Maria weder schreiben noch im Hause seiner Freunde sprechen. Eins aber wusste er jetzt: Zwischen Miss Aldersey und der Familie Dyer bestand kein Verwandtschaftsverh\u00e4ltnis. Deshalb bat er um die Erlaubnis, an Marias Onkel in London schreiben zu d\u00fcrfen.<\/p>\n<p>Nun konnte er die Sache ruhig dem Herrn \u00fcberlassen. Und Gott entt\u00e4uschte ihn nicht. Gott hat seine eigenen Wege, seine Pl\u00e4ne durchzuf\u00fchren. In diesem Fall bediente er sich eines Platzregens.<\/p>\n<p>An einem dr\u00fcckend hei\u00dfen Julinachmittag versammelten sich die Missionarinnen in Mrs. Jones&#8216; Haus zur Gebetsstunde. Wie gewohnt waren alle Missionen vertreten. Es zeigte sich, dass sie leichter hergekommen waren, als sie zur\u00fcckkehren konnten. Pl\u00f6tzlich begann es wolkenbruchartig zu regnen. Das Wetter entlud sich flu\u00dfaufw\u00e4rts. Bald ergossen sich \u00fcber Ningpo m\u00e4chtige Wasserfluten. Jones und Taylor konnten wegen der \u00fcberschwemmten Stra\u00dfe nicht rechtzeitig heimkehren. Als sie endlich kamen, hatten die meisten Damen sich entfernt. Nur einen einzigen Diener trafen sie an, der ihnen sagte, dass Mrs. Bausum und Miss Dyer noch immer auf ihre S\u00e4nften warteten.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>\u201eGeh du in mein Arbeitszimmer\u201c, sagte Mr. Jones zu seinem Gef\u00e4hrten, \u201eich will einmal sehen, ob sich nicht jetzt eine Unterredung vereinbaren l\u00e4sst.\u201c<\/p>\n<p>Und die beiden Damen waren bereit zu einem Gespr\u00e4ch. Kaum wissend, was er tat, eilte Hudson Taylor die Treppe hinauf. Gewiss, es befanden sich noch andere im Raum, doch er sah nur Maria. Ihr Gesicht verriet ihm mehr, als er sich h\u00e4tte tr\u00e4umen lassen. Eigentlich wollte er sie nur fragen, ob er an ihren Vormund schreiben d\u00fcrfe; nun aber brachte er es nicht fertig, l\u00e4nger zu schweigen. Und Maria? Auch sie verga\u00df alle Sch\u00fcchternheit, als sie sah, dass sie von Freunden, die sie liebten und verstanden, umgeben war. Ja, er solle schreiben und sich nicht l\u00e4nger sorgen. Er bedeute ihr so viel wie sie ihm. Was tat es, dass die andern es h\u00f6rten?<\/p>\n<p>Zusammen brachten sie ihr Anliegen vor den Herrn.<\/p>\n<p>Der Brief, von dem so viel f\u00fcr die beiden abhing, wurde Mitte Juli geschrieben. Fr\u00fchestens in vier Monaten konnten sie mit einer Antwort rechnen. Aus R\u00fccksicht auf Miss Aldersey vereinbarten sie, sich gegenseitig keine Briefe zu schreiben, bis sie um die Meinung des Onkels wussten. Maria hatte Miss Aldersey nat\u00fcrlich von Hudson Taylors Brief an den Onkel gesagt. Dass die Dinge trotz all ihrer Gegenarbeit so weit hatten gedeihen k\u00f6nnen, schien der alten Dame unglaublich. So machte sie sich, von aufrichtiger Sorge um das Gl\u00fcck ihrer jungen Freundin getrieben, daran, den fernen Onkel f\u00fcr ihre Ansicht zu gewinnen. Bestimmt w\u00fcrde er das Unpassende einer solchen Verbindung einsehen. Nun galt es nur noch zu warten, bis seine Antwort k\u00e4me. &#8211;<\/p>\n<p>Die kleine Schar von Gl\u00e4ubigen und Wahrheitssuchenden, die sich jeden Sonntagmorgen zu einer Andacht zusammenfand, wunderte sich \u00fcber die beiden neuen Spruchrollen an einer der W\u00e4nde im Wohnzimmer an der Kuen kiao-teo-Stra\u00dfe. Jedes Wort, in sch\u00f6ner chinesischer Handschrift geschrieben, war gut leserlich, doch was bedeuteten die Worte \u201cI-pien-i-seh-er\u201c, \u201cJe-ho-hua-i-leh\u201c?<\/p>\n<p>Der junge Missionar, der seit einigen Wochen durch Krankheit an sein Zimmer gefesselt war, h\u00e4tte sie erkl\u00e4ren k\u00f6nnen. In stiller Gemeinschaft mit Christus war ihm der Reichtum des Inhalts dieser Worte in einer unvergesslichen Weise gezeigt worden: \u201eEbenezer &#8211; bis hierher hat der Herr geholfen\u201c, und f\u00fcr alle zuk\u00fcnftigen N\u00f6te: \u201eJehova Jireh &#8211; der Herr wird\u2019s versehn\u201c. Mit welcher Freude sprach er \u00fcber die kostbare Botschaft dieser Worte, als seine Kr\u00e4fte zur\u00fcckkehrten!<\/p>\n<p>Dieser kleine, intime Kreis war Hudson Taylors besondere Freude. Nur wenige geh\u00f6rten dazu. W\u00e4hrend seiner Krankheit hatte er viel f\u00fcr jedes einzelne Glied gebetet. Herausgenommen aus seinem Predigtamt und der Arbeit an Kranken, fand er Zeit, f\u00fcr jeden ernsten Wahrheitssuchenden vor Gott einzutreten, und zu diesen geh\u00f6rte Mr. Nye, ein Gesch\u00e4ftsmann. Er war wohl der aufmerksamste Suchende.<\/p>\n<p>Als dieser eines Abends am Missionshaus vorbeikam, in das kurz vorher Hudson Taylor und Mr. und Mrs. Jones eingezogen waren, fiel ihm auf, dass hier etwas Besonderes vorging. Er h\u00f6rte ein L\u00e4uten von einer gro\u00dfen Glocke und sah, wie sich daraufhin Einheimische n\u00e4herten und das Haus betraten. Es m\u00fcsse sich wohl um eine Versammlung handeln, sagte er sich. Auf seine Fragen erfuhr er, dass in dieser \u201eJesushalle\u201c von fremden Lehrern \u00fcber religi\u00f6se Dinge gesprochen w\u00fcrde. Daraufhin folgte er den andern. Als frommer Buddhist besch\u00e4ftigte er sich besonders eifrig mit den unweigerlichen Strafen als Folge von S\u00fcnde und Schuld bei der Seelenwanderung.<\/p>\n<p>Dann h\u00f6rte er einen jungen Ausl\u00e4nder in chinesischer Kleidung aus seinen \u201eheiligen Klassikern\u201c lesen: \u201eGleichwie Mose in der W\u00fcste eine Schlange erh\u00f6ht hat, also muss des Menschen Sohn erh\u00f6ht werden, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, dass er die Welt richte, sondern dass die Welt durch ihn errettet werde.\u201c<\/p>\n<p>Nye war an dem Abend als einer der unendlich Vielen gekommen, \u201edie durch die Furcht des Todes ihr ganzes Leben Knechte sein m\u00fcssen\u201c.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend er mit den andern H\u00f6rern dasa\u00df und zuh\u00f6rte, d\u00e4mmerte Hoffnung in seinem Herzen auf. Das Alte verging, und am Horizont seines Lebens sah er die Sonne aufgehen, die alles neu macht. Die Versammlung war zu Ende. Der fremde Prediger hatte aufgeh\u00f6rt zu sprechen. Nun erhob sich Nye, der es gewohnt war, in religi\u00f6sen Dingen die Leitung zu haben. Er blickte auf die Versammelten und sagte: \u201eWie schon mein Vater vor mir, habe auch ich lange nach der Wahrheit gesucht, ohne sie zu finden. Auch auf meinen weiten Reisen bin ich ihr nirgends begegnet. In der Lehre des Konfuzius, im Buddhismus und Taoismus habe ich keine Ruhe gefunden. Doch in dem, was ich heute Abend h\u00f6rte, finde ich Frieden. Hinfort glaube ich an Jesus.\u201c<\/p>\n<p>Die Wirkung dieser Worte war tief, denn jedermann kannte Nye und achtete ihn. Keiner der Anwesenden war so bewegt wie der Missionar. Es folgten viele Gespr\u00e4che, und Hudson Taylor erlebte die unaussprechliche Freude, dass der Herr ihn gebrauchte, durch ihn wirkte und diese Seele errettete.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a title=\"Teil 1\" href=\"http:\/\/www.evangeliumsposaune.org\/?p=1029\">Teil 1<\/a> | <a title=\"Teil 2\" href=\"http:\/\/www.evangeliumsposaune.org\/?p=1032\">Teil 2<\/a> | <a title=\"Teil 3\" href=\"http:\/\/www.evangeliumsposaune.org\/?p=1033\">Teil 3<\/a> | <a title=\"Teil 4\" href=\"http:\/\/www.evangeliumsposaune.org\/?p=1034\">Teil 4<\/a> | <a title=\"Teil 5\" href=\"http:\/\/www.evangeliumsposaune.org\/?p=1035\">Teil 5<\/a> | <a title=\"Teil 6\" href=\"http:\/\/www.evangeliumsposaune.org\/?p=1040\">Teil 6<\/a> | <a title=\"Teil 7\" href=\"http:\/\/www.evangeliumsposaune.org\/?p=1042\">Teil 7<\/a><\/p>\n<p><em>Aus: H. und G. Taylor<br \/>\nHudson Taylor<br \/>\nEin Mann, der Gott vertraute<\/p>\n<p>Brunnenverlag 1981<br \/>\nSeite 120 bis 136<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach dieser Unterredung f\u00fchlte sich Hudson Taylor gebunden. Er durfte also Maria weder schreiben noch im Hause seiner Freunde sprechen. Eins aber wusste er jetzt: Zwischen Miss Aldersey und der Familie Dyer bestand kein Verwandtschaftsverh\u00e4ltnis. 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