{"id":1040,"date":"2013-09-08T00:01:08","date_gmt":"2013-09-07T23:01:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.evangeliumsposaune.org\/?p=1040"},"modified":"2013-09-08T22:27:10","modified_gmt":"2013-09-08T21:27:10","slug":"ein-mann-der-gott-vertraute-teil-6","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.evangeliumsposaune.org\/?p=1040","title":{"rendered":"Ein Mann, der Gott vertraute (Teil 6)"},"content":{"rendered":"<p>Im Morgengrauen schreckte L\u00e4rm auf der Stra\u00dfe den Fieberkranken aus dem Schlaf. Heftiges Herzklopfen verhinderte das Wiedereinschlafen. Angstgef\u00fchle qu\u00e4lten ihn. Die ganze Not der langen Monate seiner Liebe zu Maria, die vielleicht nie die Seine werden durfte, schienen wie eine Flut \u00fcber ihn hereinzubrechen. Ein Heer von Bef\u00fcrchtungen unvorhergesehener Zwischenf\u00e4lle drang auf ihn ein. Er meinte, den Widerstand, der ihrer Liebe entgegengebracht wurde, nicht l\u00e4nger ertragen zu k\u00f6nnen. Das steigerte seine tiefe Angst. Und auch hier griff der barmherzige Gott ein, als die Not am gr\u00f6\u00dften war. Dar\u00fcber berichtete er sp\u00e4ter seiner Schwester:<\/p>\n<blockquote><p>\n\u201ePl\u00f6tzlich hatte ich das Gef\u00fchl, dass Maria sich im Zimmer befinde. Sie musste wie ein leichter Windhauch hereingekommen sein. Da wurde ich ganz ruhig. Ich wusste sie in meiner N\u00e4he. Einen Augenblick war ich wie gel\u00e4hmt, dann streckte ich mit geschlossenen Augen meine Hand aus. Mit behutsamem Druck f\u00fchlte ich sie warm von der ihren umschlossen. Sie bedeutete mir, nicht zu reden, und legte zugleich die andere Hand auf meine Stirn. Unter ihrem sanften Druck f\u00fchlte ich Fieber und Kopfschmerzen schwinden. Sie fl\u00fcsterte mir zu, ich solle mich nicht l\u00e4nger \u00e4ngstigen, denn sie geh\u00f6re zu mir wie ich zu ihr. Ich solle nun ruhig schlafen. Das tat ich dann auch. Ich erwachte erst wieder nach Stunden. Das Fieber war gewichen, nur f\u00fchlte ich mich sehr schwach.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Ein wundersch\u00f6ner Traum, k\u00f6nnte man sagen, doch war ich nie wacher als in jenem Augenblick. Ich sah und f\u00fchlte sie so deutlich wie jetzt den Bleistift und das Papier in meiner Hand. Wahrscheinlich war das Fieber eine Folge meiner Furcht vor der m\u00f6glichen Ausweglosigkeit unserer Liebe. Du kannst dir gewiss vorstellen, wie beruhigend ihr Besuch auf mich wirkte.\u201c\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Mit der zur\u00fcckkehrenden Kraft nahm er seine T\u00e4tigkeit in der Stadt wieder auf. Bei ihrem regelm\u00e4\u00dfigen Predigtamt erlebten die Missionare manche Ermutigung. Da waren vor allem die \u00c4rmsten, die regelm\u00e4\u00dfig von den Missionaren zu einem Fr\u00fchst\u00fcck eingeladen wurden. An ihnen hatte Hudson Taylor seine besondere Freude.<\/p>\n<p>Diese t\u00e4glichen Mahlzeiten f\u00fcr sechzig bis achtzig Menschen stellten gro\u00dfe Anspr\u00fcche an die Kasse. Mehr als einmal musste das letzte Geldst\u00fcck ausgegeben werden, ehe neue Vorr\u00e4te gekauft werden konnten. Ein Beispiel von Gottes treuer F\u00fcrsorge wollte er seinen Freunden in der Heimat nicht vorenthalten:<\/p>\n<blockquote><p>\n\u201eAm Samstagmorgen bezahlten wir alles, was wir an notwendigen Lebensmitteln f\u00fcr den Sonntag brauchten. Damit war meine Kasse leer. Wie uns Gott am Montag weiterhelfen w\u00fcrde, wussten wir nicht. \u00dcber unserm Kamin im Wohnzimmer jedoch hingen die beiden Spruchrollen ,Ebenezer\u2018 und ,Jehova Jireh\u2018. Sie lie\u00dfen keinen Zweifel an Gottes Treue aufkommen.<\/p>\n<p>Da brachte die Post eine betr\u00e4chtliche Gabe f\u00fcr Mr. Jones. Sie kam eine Woche fr\u00fcher als sonst, und wir dankten Gott f\u00fcr diese weitere Ermutigung.\u201c\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Bald darauf sollte Hudson Taylor noch auf andere Weise erfahren, wie Gott f\u00fcr ihn sorgte. Marias Onkel, Mr. Tarn, hatte nach sorgf\u00e4ltigem Umfragen in London nur Gutes \u00fcber den jungen Missionar geh\u00f6rt. Es hie\u00df, er sei ein vielversprechender Missionar. Die Sekret\u00e4re der CEG stellten ihm das beste Zeugnis aus, und auch von andern Seiten vernahm er viel Gutes \u00fcber ihn. Deshalb kehrte er sich nicht weiter um die beunruhigenden Ger\u00fcchte und gab seine Einwilligung zur Verlobung seiner Nichte.<\/p>\n<p>Aber wie schwer erwies es sich nun, eine weitere Unterredung zwischen den beiden jungen Leuten herbeizuf\u00fchren! Hudson Taylor h\u00e4tte durch einen Besuch in Mrs. Bausums Institut zu viel Aufsehen erregt. Auch in seinem Haus durfte er Maria nicht empfangen. Ger\u00fcchte \u00fcber eine bevorstehende Verlobung jedoch finden \u00fcberall rasche Verbreitung. So vernahm auch eine amerikanische Missionarin davon, die die beiden Liebenden gern leiden mochte. Sie wohnte in einem ruhigen Ort au\u00dferhalb der Stadtmauer in der N\u00e4he des Flusses. Maria erhielt von ihr eine Einladung. Im Brief stand geschrieben, dass au\u00dfer ihr vielleicht \u201ezuf\u00e4llig\u201c auch ein anderer Besucher anwesend sei, das k\u00f6nne sogar einmal in China vorkommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a title=\"Teil 1\" href=\"http:\/\/www.evangeliumsposaune.org\/?p=1029\">Teil 1<\/a> | <a title=\"Teil 2\" href=\"http:\/\/www.evangeliumsposaune.org\/?p=1032\">Teil 2<\/a> | <a title=\"Teil 3\" href=\"http:\/\/www.evangeliumsposaune.org\/?p=1033\">Teil 3<\/a> | <a title=\"Teil 4\" href=\"http:\/\/www.evangeliumsposaune.org\/?p=1034\">Teil 4<\/a> | <a title=\"Teil 5\" href=\"http:\/\/www.evangeliumsposaune.org\/?p=1035\">Teil 5<\/a> | <a title=\"Teil 6\" href=\"http:\/\/www.evangeliumsposaune.org\/?p=1040\">Teil 6<\/a> | <a title=\"Teil 7\" href=\"http:\/\/www.evangeliumsposaune.org\/?p=1042\">Teil 7<\/a><\/p>\n<p><em>Aus: H. und G. Taylor<br \/>\nHudson Taylor<br \/>\nEin Mann, der Gott vertraute<\/p>\n<p>Brunnenverlag 1981<br \/>\nSeite 120 bis 136<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Morgengrauen schreckte L\u00e4rm auf der Stra\u00dfe den Fieberkranken aus dem Schlaf. Heftiges Herzklopfen verhinderte das Wiedereinschlafen. Angstgef\u00fchle qu\u00e4lten ihn. 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